So läuft die „Digital Jetzt“ Förderung ab

|   Ratgeber

Überblick über die einzelnen Schritte und Beispiele.

Um die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie zu begrenzen, gelten für alle bis zum 30.06.2021 eingehenden Anträge höhere Förderquoten.

Das müssen Sie beachten:

Die maximale Fördersumme bei Investitionen beträgt 50.000 Euro pro Unternehmen. Von Wertschöpfungsketten und/oder -netzwerken kann die Summe bis zu 100.000 Euro pro Unternehmen betragen.

Die minimale Fördersumme beträgt 17.000 Euro (Modul 1) und 3.000 Euro (Modul 2).

Der Förderzuschuss bemisst sich anteilig an den Investitionskosten des Unternehmens. Die Förderquote (in % der Investitionskosten) ist nach Unternehmensgröße gestaffelt.

Ab dem 01.07.2021 gelten die ursprünglich vorgesehenen Förderquoten (Werte in Klammern). 

     

  • Bis 50 Beschäftigte: bis zu 50 (40) % 
  •  

  • Bis 250 Beschäftigte: bis zu 45 (35) %
  •  

  • Bis 499 Beschäftigte: bis zu 40 (30) %.
  •  

Somit erhalten kleinere Unternehmen einen etwas höheren prozentualen Zuschuss. 

Das Unternehmen muss beim Förderantrag einen Digitalisierungsplan darlegen. Dieser…

     

  • beschreibt das Digitalisierungsvorhaben in Gänze
  •  

  • erläutert die Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen
  •  

  • zeigt den Ist-Zustand der Digitalisierung im Unternehmen und die Ziele, die mit der Investition erreicht werden sollen
  •  

  • stellt beispielsweise dar, wie die Organisation im Unternehmen effizienter gestaltet wird, wie sich das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen kann, wie es ein neues Geschäftsmodell entwickelt und/oder seine Marktposition durch die Maßnahmen stärken wird.
  •  

Beispiel 1: Landwirt

kleines Unternehmen

Ein Landwirt aus dem Kraichgau will eine größere Kundenreichweite und effizientere Prozesse durch Investitionen in digitale Technologien erreichen. Auf Basis eines Digitalisierungsplans reicht er einen Antrag ein, der folgende Angaben enthält:

     

  • Unternehmensgröße: bis zu 50 Mitarbeiter
  •  

  • Investition in einen neuen Webauftritt mit Online-Vertrieb sowie neue technologische Infrastruktur (IP-Telefonie, elektronische Warenannahme, ERP + CRM)
  •  

  • Investitionsvolumen: ca. 70.000 Euro
  •  

Das Vorhaben wird mit einer Förderquote von 50 (ab 01.07.2021: 40) % und somit insgesamt 35.000 (28.000) Euro durch das BMWi gefördert. 

Beispiel 2: Wertschöpfungsnetzwerk

3 Unternehmen

Drei Unternehmen (Händler, Apfelweinhersteller und Obstbauer) aus dem Odenwald wollen die gemeinschaftlichen Prozesse in der Lieferkette digitalisieren und mit der so gesteigerten Effizienz den Absatz ihrer Produkte steigern. Das angestrebte Ziel ist es, eine unternehmensübergreifende IT-Software zu entwickeln, die auch als App genutzt werden kann. Hierdurch kann die bestehende Lieferkette über automatisierte Bestellprozesse - vom Auftragseingang bis zur Lieferung an den Kunden - verbessert werden. Die neue unternehmensübergreifende Software-Anwendung führt auch zu Zeit- und Kosteneinsparungen. Zudem können die Produkte für die Kunden online besser sichtbar werden. 

Hierzu beantragen die Unternehmen jeweils als Bestandteil eines Wertschöpfungsnetzwerkes eine Förderung mit folgenden Angaben:

 

Als Wertschöpfungsnetzwerk werden die Unternehmen mit einer Quote von 50 % (jeweils 40.000 Euro) und das kleine Unternehmen mit einer Quote von 55 % (44.000 Euro) für die geplante Investition gefördert. Die Förderquote setzt sich zusammen aus 45% für Unternehmen bis 250 Beschäftigte bzw. 50 % für das kleine Unternehmen bis zu 50 Beschäftigte - plus 5% für das Wertschöpfungsnetzwerk. 

Für Förderanträge nach dem 30.06.2021 gelten jeweils um 10 Prozentpunkte niedrigere Förderquoten; die Fördersummen verringern sich dann entsprechend. Dies gilt auch für das folgende Beispiel.

Beispiel 3: Fördermodul 2 "Qualifizierung"

3 Unternehmen

In den drei eben beschriebenen Unternehmen sollen sich zudem 15 Beschäftigte pro Unternehmen hinsichtlich der Anwendung digitaler Plattformen und der Möglichkeiten intelligenter Vernetzungen weiterbilden .

Die Unternehmen beantragen jeweils eine Förderung für Fortbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiter*innen. 

Diese Weiterbildungskosten betragen pro Unternehmen 15.000 Euro und werden durch das BMWi bei vorliegender Förderquote von 50 % bzw. 55 % mit 7.500 Euro und 8.200 Euro bezuschusst. 

Zurück